Welcher Decoder...?

...ist denn nun in meiner BR 89, der einen, und welcher in der anderen, und welche Adresse haben die Loks...? Irgendwann habe ich den Überblick verloren, weil ich immer schon eine Liste anlegen wollte, das aber nie gemacht habe

Also habe ich nun begonnen unter jede Lok ein kleines Schildchen zu kleben mit Decoderinfo und Adresse. Damit ich nicht jedesmal eins anfertigen muß und weil außerdem die Schrift auch in klein gut lesbar sein soll, habe ich mir mit einem Vektrografikprogramm eine Vorlage erstellt. Das Schild ist 15 mm breit und 5 mm hoch. Für jeden Hersteller, den ich verwende, habe ich entsprechende Kürzel, dieses hier ist ein Lenz-Decoder Gold, zusätzlich ist ein Speicherkondensator Power1 angeschlossen.

Die Digits kann ich nun mit einem Filzer so schwärzen, daß die jeweilige Adresse übrigbleibt. Hier ist es die Adresse 8901 (zur Verdeutlichung der "geschwärzten Digits" diese hier mit grau übermalt).

Auf ein DIN A4-Blatt passen 10 nebeneinander und mehr als 50 untereinander - das dürfte normalerweise genügen. Ich drucke das Ganze auf selbstklebendes Papier, schneide die Schildchen mit einem Skalpell aus - et voila.

KfZ-Kennzeichen

Wer so ein richtiger Perfektionist ist, der will natürlich auch Nummernschilder an seinen H0-Autos haben. Wie sich die aktuellen Kennzeichen zusammensetzen, ist bekannt, aber wie sah das vor 1945 aus?

Seit 1906 (übrigens parallel mit dem Rechtsfahrgebot und der Vorschrift, nur links zu überholen!) wurden für die deutschen Länder einheitliche Kennzeichen eingeführt. Als Unterscheidungszeichen dienten römische Ziffern mit willkürlich gewählten großen Buchstaben im Anschluß. Ortszugehörigkeit wie heute war aus den Buchstaben nicht ablesbar. Eine recht umfangreiche Liste historischer Kennzeichen findet man bei Wikipedia und beim Nummernschildmuseum.

Anschließend an diese Kombination folgte dann die Fahrzeugkennungsnummer mit bis zu sechs Zahlen. Infos zu Schrift und Darstellung werden noch gesucht...

Reklame

Als Werbung noch "Reklame" hieß, da gab es diese wunderbaren Emailschilder. Wer eine Anlage der Epochen 1 bis 3 hat, für den sind solche Emailschilder ein Muß!

Solche Schilder sind recht einfach herzustellen: Aus der einschlägigen Literatur kann man das gewünschte Schild scannen und auch im Internet wird man reichlich fündig. Dann mit einem Bildbearbeitungsprogramm auf die gewünschte (maßstabgerechte) Größe bringen. Für den Ausdruck verwendet man am besten einen Tintenstrahldrucker und 200 g/qm Fotopapier, damit erhält man "dicke", glänzende Schilder. Ein paar schöne Exemplare gibt es hier.

"Plastische" Schilder (wie z.B. das Schild am Lokschuppen oder am Bahnhof) habe ich mit Adobe Photoshop erstellt.

Man legt drei Ebenen an, die untere bildet das eigentliche Schild, die obere enthält den Text. Die untere Ebene füllt man mit weiß. Die mittlere Ebene füllt man mit einem leichten Verlauf grau-weiß-grau (von oben nach unten), und zwar so, daß die Grauanteile nur etwa jeweils 1/5 der Schildfläche ausmachen.

Dann fährt man die Deckkraft dieser Ebene so weit zurück, bis eben der gewünschte Effekt einer Wölbung (Licht-Schatten) erkennbar ist. Mit dem Weichzeichner erzeugt man noch ein wenig Unschärfe. Einfach mal ein wenig herumprobieren. Die beschriebene Technik funktioniert natürlich auch mit anderen Bildbearbeitungsprogrammen. Und natürlich kann das Schild auch eine andere Farbe als weiß haben, dann ist der Verlauf eben anzupassen.

Steckerbelegung NEM 652 (8-polig) und NEM 651 (6-polig)

Belegung: weiß/gelb = Beleuchtung, schwarz/rot = Stromaufnahme, orange/grau = Motor
Bei 8-poligen Steckern: grün und blau ggf. für Zusatzfunktion, wenn diese nicht vorhanden, frei lassen.


...und die 21-poligen:

Brawa rüstet seit kurzem alle Loks mit 21-poligen Schnittstellen aus (auch, wenn im Katalog und sogar auf der Packung noch 8-polige angegeben sind!), Trix vermehrt ebenso. Brawa-Loks werden gerne mit ESU-Decodern ausgestattet, wer aber auf Decoder anderer Hersteller schwört, die "nur" über die 8-polige Schnittstelle verfügen, der steht vor einem Problem. Entweder einen 21-poligen Stecker ergattern und selber löten (Lupe, ruhige Hand und Lötkolben mit Nadelspitze sind Voraussetzung...viel Vergnügen!) oder auf den Adapter von Bachmann/Liliput ausweichen.

Denkste...! Solange die Lok nur fahren soll, kein Problem. Sobald aber Funktionen geschaltet werden sollen, versagt der Adapter den Dienst. Erst ein Belegungsplan der 21-poligen und die Lupen-gestütze Nachverfolgung der Leiterbahnen offenbart den Übeltäter (klick auf das Bild zeigt's in groß): die Verbindung zwischen dem grünen Pol und dem zugehörigen Pin 15 ist unterbrochen. Was die Bachmänner (die sich den Adapterstecker haben schützen lassen!) sich dabei gedacht haben, ist nicht überliefert. Also brücke man die beiden Lötpünktchen im weissen Rechteck (auf der Platine bezeichnet mit "J4" - wir haben ein Stückchen Kabel genommen) - und schon führt der Lenz-Gold-Decoder brav alle geforderten Funktionen aus.

Hier noch die Belegung der Pins:
Wo sind die Pins: im Bild oben rechts = Pin 1, oben links Pin 11, darunter Pin 12 usw..)
Pin 7 = gelb
Pin 8 = weiss
Pin 14 = violett
Pin 15 = grün
Pin 16 = blau
Pin 18 = grau
Pin 19 = orange
Pin 21 = schwarz
Pin 22 = rot

ESU "Profi-Prüfstand"

Darauf hat der DCC-Modellbahner gewartet, und das in der Tat viele Wochen von der Ankündigung des Produkts bis zur Lieferung. Die erste Enttäuschung war die Verpackung, oder besser gesagt, die nicht vorhandene Verpackung. Nicht vorhanden war auch eine Bedienungsanleitung, zum Zeitpunkt der Lieferung auch nicht online. Vielleicht wissen die ESU's nicht, daß in der EU kein Produkt ohne Bedienungsanleitung verkauft werden darf, ein PDF online zu stellen, reicht jedenfalls nicht, längst nicht jeder Modellbahner hat auch Internet.

Der "selbsterklärende" (Zitat ESU auf Nachfrage wegen der fehlenden Bedienungsanleitung) Prüfstand sollte seine Fähigkeiten beweisen. Selbsterklärend ist das Teil ganz sicher nicht, denn man muß erraten, daß der Anschluß am Programmiergleisausgang der Digitaleinheit erfolgen muß (andernfalls besteht die Gefahr, den Decoder zu zerstören!) und daß man die beiden verfügbaren Verbindungsmöglichkeiten am Prüfstand alternativ, aber nicht parallel nutzen darf.

Zum Anschluß stehen sowohl die Intellibox wie auch das Digital plus Gespann LH100/LZV100 zur Verfügung. Als erstes erfolgte der Test mit dem LH100. Leider mehr oder weniger erfolglos: ein nagelneuer Gold-Decoder konnte zwar zum Leben erweckt werden, das Motörchen schnurrte, die LED's zeigten die Beleuchtungszustände an, aber die Adresse konnte leider nicht ausgelesen oder gar verändert werden. Im Gegenteil, beim Versuch die Adresse auszulesen, zeigte der LH100 durch aufmerksamkeitsheischendes Blinken einen Kurzschluß an. Um einen Fehler im Lenz-Gespann auszuschließen wurde also die Intellibox bemüht, aber auch hier zeigte das Display lediglich "Kurzschluß am Gleis". Die Befürchtung, einen nagelneuen Gold-Decoder in die ewigen Jagdgründe geschickt zu haben, erwies sich gottseidank als falsch. So blieb dann nur der Ärger über einen offenbar defekten Prüfstand. Mal sehen, wie lange wir jetzt auf einen neuen, funktionstüchtigen warten dürfen...

Geht doch!

Na, das ist doch toll: defektes Gerät an ESU eingeschickt, postwendend und ohne bürokratischen Aufwand ein neues Teil erhalten, mit Verpackung und Bedienungsanleitung. Da hatte wohl der Versandhandel, bei dem der erste Prüfstand geordert wurde, ein wenig "geschlampt".

Ausgepackt, die kurze Anleitung studiert, angeschlossen und ... Freude! Es klappt. Der testweise verwendete Decoder (ein älteres Lenz-Modell) konnte zum Leben erweckt und alle Parameter ausgelesen und programmiert werden. Der Motor schnurrt brav entsprechend der Fahrstufe, die LED's zeigen fahrtrichtungsabhängige Beleuchtung an. Wer z.B. (wie wir, Schande über uns!!) früher wahllos Decoder verschiedener Hersteller verwendet hat (in einer T3 fand sich noch ein Arnold-Decoder...) und jetzt auf ein einziges Fabrikat umrüstet, der freut sich, daß er alte, "herumliegende" Decoder jetzt quasi "offline" auslesen und testen kann - sinnvoll sicher auch, wenn man z.B. einen gebrauchten Decoder ersteht...

Fazit: die knapp 40 Euronen sind gut angelegt!