Mit Fug und Recht...!

Fugen müssen sein. Mauerwerk ohne Fugen, das geht garnicht. Um diese Fugen farblich abzusetzen, gibt es verschiedene Techniken und Materialien. Auf die "altbekannten" wollen wir hier nicht näher eingehen, zumal wir uns nicht dafür begeistern können, Fugenfarbe dünnflüssig "reinlaufen" zu lassen und die Reste dann mühsam von den Steinen wieder abzuwischen.

Bilder anklicken:  Mauern und Fugen Mauern und Fugen Mauern und Fugen Mauern und Fugen

Beim Bau des Stadttors von Langmesser (Resin-Bausatz) kam uns dann eine andere Idee. Die Resin-Häuser stellen ohnehin eine besondere Herausforderung an den Modellbauer dar: das Fachwerk muß mit ruhiger, nein - Korrektur, mit sehr ruhiger Hand (!) farblich hervorgehoben werden. Nix für schwache Nerven.

Generell empfiehlt sich nach der Entfettung eine Grundierung der Bauteile (wir verwendeten handelsübliche graue Grundierung aus dem Autozubehör), weil sonst die Farbe nur schlecht auf dem Basismaterial haftet. Danach haben wir die gewünschte Fassadenfarbe aufgetragen und bei diesem Arbeitsgang auch die Mauern und Fugen großzügig bemalt, da in diesem Falle die leicht gelblich-beige Fassadenfärbung auch als Fugenfarbe herhalten konnte. Wählt man für die Fassade einen anderen Farbton, z.B. grün oder rot, muß natürlich das Mauerwerk mit Fugen separat angemalt werden.

Alsdann haben wir uns dem Fachwerk gewidmet und hierzu Filzer aus der stabilo-Serie gewählt; damit lässt sich präziser und einfacher arbeiten als mit einem "Einhaarpinsel", zumal die Filzerfarbe auf dem grundierten und übermalten Untergrund gut haftet. Lediglich dort, wo Fettreste (Finger!) anhaften, "perlt" die Filzerfarbe ab. Mehr oder weniger starker Farbauftrag mit dem Filzer ergibt die unterschiedliche Holzfärbung, die bei alten Fachwerkbalken zu beobachten ist. Wir haben uns auch bewusst gegen schwarz entschieden, obwohl die meisten Fachwerke fast schwarz sind. Und gefiel ein bräunlich-grün-grau besser.

So, nun ans Mauerwerk. Gefugt ist ja schon... In unserer als Wasser- und Farbdepot verwendeten Eiswürfelform mischen wir verschiedene Rot- und Rotbrauntöne in sehr kleinen Mengen. Mit einem mittelbreiten, harten Pinsel nehmen wir ein wenig Farbe auf und wischen den Pinsel fast trocken (Küchentuch). Im spitzestmöglichen Winkel, also ganz flach, streichen wir jetzt über die Mauersteine und tragen so die Farbe nur auf den Steinen auf. Nass in nass (wobei "nass" nicht ganz der richtige Ausdruck bei so wenig Farbe am Pinsel ist) lassen sich die verschiedenen Farbtöne noch mischen und verwischen.

Bei den Resinmodellen von Langmesser sind die Oberflächen der Mauersteine nicht glatt, sondern weisen typische Kerben und Risse auf, wie sie auch in altem Mauerwerk zu finden sind. Unsere Technik bringt diese gut zur Geltung, da auch hier keine Mauerfarbe aufgetragen wird. Sollen die Risse mit Farbe gefüllt werden, tupft man mit der fast trockenen Pinselspitze senkrecht die entsprechenden Stellen.

Diese Technik erfodert ein wenig Übung, am Besten sucht man sich ein Stück Mauer (kann auch eine Mauerplatte von Kibri oder Faller sein) und probiert. Der Zeitaufwand ist nicht größer als bei den "klassischen" Techniken, das Ergebnis aber gefällt uns auf jeden Fall besser.

Mehr über diese Technik in einer der nächsten MIBA-Folgen vom TEAM240.