Wie gemalt...

Man muß nicht gerade ein van Gogh sein oder ähnliche Qualitäten im Umgang mit Pinsel und Farbe vorzuweisen haben um trotzdem eine alte Reklame "wie gemalt" auf die Hauswand zu bringen. Mit ein wenig Geduld und Übung gelingt es auch so:

WandreklamePapier besteht aus mehreren Lagen. Die oft bei Bausätzen mitgelieferten Drucke auf sogenanntem Bilderdruckpapier mit glatter Oberfläche lassen sich besonders gut für diese Methode verwenden, aber auch Motive aus Werbeprospekten sind geeignet. Die Werbung für Gaffel Kölsch Gaffel Kölsch (welches übrigens äußerst gut mundet und in Weyersbühl in der herb-leckeren Variante "1396" stets gut gekühlt vorrätig ist...!) auf unserem Haus stammt aus einem solchen Prospekt, leider war der genau in der Mitte des Motivs gefaltet. Wenn man genau hinsieht, kann man den "Knick" erkennen...

Wenn man das kleine Bild anklickt, erscheint eine GROSSE Galerie, das zweite Bild zeigt eine Reklame, die auf dem Farbdrucker (Tinte) ausgedruckt wurde; das Druckerpapier lässt sich ungleich schwerer in Schichten trennen, also haben wir uns hier für eine "frische", soeben aufgebrachte Reklame entschieden...dideldum

Schritt 1: Aktion dünnes Papier

Zunächst ist das Motiv sehr exakt auszuschneiden. Dann wird es vorsichtig in Wasser eingeweicht, so lange, bis man das Gefühl hat, das ganze Papier ist wirklich nass. Mit einem scharfen Skalpell und (wenn man nicht gerade Adleraugen hat) einer Lupe trennt man nun sehr vorsichtig (!!) die oberste, bedruckte Schicht ab. Wenn das Papier genug Wasser aufgenommen hat, geht das relativ einfach, wenn nicht, wird das Papier reißen!

Dieses verflixt dünne Scheibchen Papier lege man nun klatschnass mit der Druckseite nach unten auf eine glatte Oberfläche. So kann man eventuell übriggebliebene Reste der anderen Papierschichten behutsam mit dem Skalpell abschaben. Behutsam, sonst hat man das dünne Papier schnell in Fetzen gerissen!!

Schritt 2: Kleistern statt malen

So weit so gut. Irgendwie schafft man es dann, das hauchdünne Reklamestück von der Unterlage zu lösen (Skalpell...) und umzudrehen, alsdann mit einem weichen Pinsel gut flüssigen Tapetenkleister auf der Rückseite verteilen.

Die zu verzierende Hauswand hat man zweckmäßigerweise greifbar: dort wird nun die Reklame behutsam platziert. Wenn man auch die Hauswand ein wenig anfeuchtet, kann man die Position der Reklame noch ein wenig korrigieren. Aber bitte immer suuupervorsichtig, das Zeug ist jetzt wirklich verfl...t dünn und reißt schneller als man denkt...

Mit einem weichen Pinsel wird jetzt behutsam der überschüssige Kleister unter dem Motiv weggestrichen.

Schritt 3: Alterungsspuren

Puh, geschafft. Jetzt greife man sich einen härteren Borstenpinsel (etwa 0,5 bis 1 cm breit) und tupfe vorsichtigst (!!! ja, es langweilt...aber man kann nicht behutsam genug sein) das Motiv auf die Hauswand, damit es sich der Wandstruktur anpasst. Ok, wenn etwas wegbricht/ausreisst, dann hat man eben den nächsten Schritt schon "eingebaut"... wenn die Reklame denn alt aussehen soll.

Hat geklappt? Wunderbar. Jetzt lässt sich durch behutsames Streichen mit dem Borstenpinsel die eine oder andere Ecke "ausbrechen" oder auch mitten aus dem Motiv etwas ablösen, gerade so, als sei die Farbe teilweise verblasst oder sogar abgeblättert. Auch hierbei wird vermutlich noch überschüssiger Kleister hervorquellen.

Wenn das Ganze getrocknet ist, lässt sich mit hochverdünntem, gebrochenem Weiß (also eher "farbiges Wasser" als Farbe) noch ein wenig Alter vortäuschen, in unserem Falle haben wir die Fassadenfarbe des Hauses verwendet.

1396Schritt 4: Isch 'abe fertig

Voila, fertig ist die Wandmalerei. Daß es sich um ein aufgeklebtes Papier handelt, sieht man wirklich nur noch mit der Lupe. Jetzt wäre es durchaus angemessen, die gelungene Arbeit mit einem Schluck zu begiessen... siehe (bzw. klicke) rechts. Prost!

Übrigens: dasselbe Verfahren funktioniert natürlich auch für Waggons. Ein Beispiel zeigen wir demnächst...