Günstige Gelegenheit...
Wie alt dieses Gebäude ist, können wir nicht mehr sagen, aber über 10 Jahre ist es sicher. Es war unser erster Versuch, einen Bausatz halbwegs "schön" zusammenzubauen und zu altern. Auf einer Anlage hat das Gebäude nie gestanden, sondern sein Dasein in einer Kiste gefristet. Der Zahn der Zeit hat dann auch einiges zerdeppert, eine Dachhälfte ist auf wundersame Weise ganz verschwunden, die anderen Dächer sind lose.
Wie links zu sehen, haben wir damals schon mit Farbe gearbeitet und dem Blechdach ein wenig Patina verpasst.
Auf Weyersbühl 2 wird Franz Branntwein mit seinem Schnapshandel sein Plätzchen finden, der desolate Zustand und die nötige Aufarbeitung sind eine gute Gelegenheit, sich auch mit den Dächern zu befassen.
Beim ersten Dachbau haben wir vor lauter Eifer die Kamera "vergessen", diesmal werden alle Arbeitsschritte im Bild festgehalten!
Von
MKB-Modellbau haben wir Holzschindeln und Biberschwanz vorgesehen, für das Wellblechdach haben wir noch kein Baumaterial entdeckt...
Die Karton-Basis
Die alten Dächer wurden vorsichtig unter Zuhilfenahme eines Skalpells gelöst und dienten anschließend als Vorlage für die Kartondächer. Wir haben die aus jeweils zwei Teilen zusammengeklebten alten Dächer behutsam in der Mitte getrennt und auf dem Karton die Umrisse und die Öffnungen für die Kamine und den Schornstein nachgezeichnet. An der Innenseite der Linien wurden die Kartons dann ausgeschnitten.
Der Schnitt an der Innenseite der Linien egalisiert das "zuviel" an Abmessungen, das durch die Nachzeichnung der Umrisse zwangsläufig entstanden ist. So haben wir uns das abnehmen der Maße und neu zeichnen gespart - wer faul ist, sollte wenigstens schlau sein... ![]()
Probeweise wurden die Kartondächer dann aufgelegt, und siehe da, alles passt wunderbar! Jetzt können wir mit dem Eindecken der Dächer beginnen...
Für das große Dach haben wir Holzschindeln gewählt. Die verschiedenen Dachschindeln von MKB kommen vorgestanzt und müssen lediglich mit einem Bastelmesser oder Skalpell an den verbliebenen Befestigungspunkten abgetrennt werden.
Dann werden Sie auf die notwendige Länge gekürzt. Es empfiehlt sich, immer drei oder vier Streifen des Dach"belags" parat zu haben und für diese Menge den Karton mit Kleber einzustreichen. Eine größere Fläche des Kartons mit Kleber zu bestreichen macht keinen Sinn, da er zu schnell wegtrocknet.
Von unten nach oben wird nun Streifen für Streifen aufgebracht; als Kleber verwenden wir den lösungsmittelfreien
tesa® Vielzweckkleber flüssig. Wie schon beschrieben sorgt die im Kleber enthaltene Feuchtigkeit dafür, daß der Untergrundkarton sich ein wenig wellt, wodurch das Dach den "geometrisch-exakten" Charakter verliert. Wem das zuviel ist, der kann nach Aufbringen der Streifen das Dach plan hinlegen und z.B. mit einem Buch beschweren, der größte Teil der "Wellen" wird so wieder geglättet.
An den Ausschnitten für die Schornsteine muß man nicht 100%ig genau arbeiten, hier wird ja später der Abschluß mit "Blechstreifen" erfolgen, die wir aus den Resten des Trägermaterials der Dachschindeln zurechtschneiden und entsprechend einfärben. Das Dach ist auf dieser Abbildung natürlich noch nicht farblich behandelt, dies wird im nächsten Schritt geschehen. In der Vergrößerung (Bild anklicken - 3 Bilder) sind die Struktur des Holzdaches und die überlappende Verklebung gut zu erkennen.
Besonders Holzschindeln sieht man die Witterungseinflüsse an: je nach Alter in mehr oder weniger hellgrauer Färbung des Holzes, außerdem findet man in den Ritzen häfig Moos. Wir haben zunächst die Pappstreifen mit einem grauen Buntstift in möglichst flachem Winkel bestrichen; die Farbe wird dann mit einem Wischer aus Papier bearbeitet und verwischt. Dann folgen Spuren von braun und grün an Kanten und Ritzen. Zum Schluß folgt noch mit ein wenig dunkler Farbe ein hauchdünnes Finish für sanfte, nicht zu helle Farbtöne. (Bild anklicken - 5 Bilder)
Um die Dächer richtig zu befestigen werden wir noch eine Unterkonstruktion, einen Dachstuhl quasi, basteln. Und die Wände des Gebäudes müssen wir uns auch nochmal vornehmen...
Das Ergebnis der Dachdeckerarbeiten ist im Abschnitt
Diorama zu besichtigen...



