Hintergründiges
Eine wunderschöne Anlage, der Erbauer hat sich richtig Mühe gegeben. Der Blick schweift von vorne nach hinten und...
...fällt auf eine nackte Wand, Rauhfaser und schlimmstenfalls sogar Raumecken trüben den Blick. Damit verliert jede Anlage an Wirkung. Und deshalb gehört hinter die Anlage auf jeden Fall etwas Hintergründiges! Dabei gilt es zunächst, die besonders auf Bildern störenden Raumecken zu kaschieren. Wir haben dazu eine 5 mm starke "Untertapete" gewählt: diese besteht aus Styropor auf dem einseitig Karton aufkaschiert ist. Abgesehen von der wärmedämmenden Funktion hat diese Untertapete den Vorteil, dass sie sehr leicht ist.
Ein wenig Geschick erfordert die Verarbeitung. Nachdem man die Oberkante an der Wand angezeichnet hat, wird die Untertapete mit speziellem Styroporkleber angebracht. Wir hatten zunächst versucht, die 5 Meter lange Rolle in einem Stück zu verkleben. Das kann man getrost vergessen. Die Styroporschicht bricht beim geringsten Anlass, erst recht im Bogen. Die Knicke sind auf der Kartonvorderseite deutlich zu sehen und nicht mehr zu kaschieren. Also haben wir kleine Stücke von ca 50 cm Breite geschnitten, die sich hervorragend auch in den auszurundenden Ecken verkleben lassen.
Die Isoliertapete hat eine Höhe von 50 cm, also haben wir zwei Reihen untereinander geklebt, um auf eine ausreichende Höhe zu kommen. Nach ca. 24 Stunden hat der Kleber abgebunden und man kann die Übergänge verspachteln (wir haben den Landschaftsspachtel von Faller verwendet, weil davon noch genügend vorhanden war). Da, wie erwähnt, die Oberfläche aus dünnem Karton besteht, sollte man mit Feuchtigkeit vorsichtig umgehen, also die Spachtelmasse nicht zu "nass" aufbringen, der Karton droht sinst besonders an den Kanten aufzuquellen. Ist die Spachtelmasse komplett durchgetrocknet, können Unebenheiten mit feinem Schleifpapier und Schleifklotz vorsichtig entfernt werden.
Das ganze Isoliertapetentheater haben wir dann mit einem kräftigen Himmelblau gestrichen; das muss nicht sein, wenn man später einen Fotohintergrund auftapeziert, uns missfiel aber einfach der grau-triste Karton.
Wie schon erwähnt, wollten wir eigentlich den FALLER Hintergrund "Baar" einsetzen, wegen der Artikelnummern-Verwirrnis (siehe
Vorsicht FALLE-r) hatten wir aber leider zwar viele, aber leider nicht richtig aneinander passende Teile. Und ärgern. Naja, nur ein wenig, schließlich gibt es Alternativen,
JoWi zum Beispiel. Aus den zahlreichen Motiven haben wir einige ausgesucht und warten jetzt gespannt auf den Vorschlag von JoWi!
Kulisse
Nun ist es mit dem Hintergrund alleine noch nicht getan. Passende Kulissen wollen auch noch angebracht werden. Hier hatten wir in unserem Fundus noch eine Menge MZZ-Teile. Die haben wir auf 5 mm starken Kappa-Karton (auch als Depafit bekannt) geklebt und dann mit dem Skalpell ausgeschnitten. Besonders bei Bäumen, aber auch bei Häusern/Schornsteinen usw. eine wahrlich anstrengende Arbeit...! Im Bereich der Ortschaft haben wir, klar, Häuser gewählt und diese auch noch in zwei oder drei Ebenen hintereinander gestaffelt, um so noch mehr Tiefenwirkung zu erzielen.
Die Landschaftsteile haben wir vor der Montage farblich angepasst: die Farben sind teilweise seht unterschiedlich und entweder arg pastellig oder sehr knallig. Der gute alte Wasserfarbmalkasten leistet hier gute Dienste. Auf jeden Fall muss man die oberen Kanten aller Kulissenteile dem Motiv anpassen, denn diese Kanten zeigen nur das hellgraue Innenleben des Kappa-Kartons - und das fällt sehr unangenehm ins Auge. Ach ja: schon beim Ausschneiden der Motive kann man ein wenig vorarbeiten, indem man den Schnitt schräg nach hinten setzt, sodass die Schnittkante von vorne nach hinten abfällt.
An der Anlagenrückseite haben wir 5 cm breite Styrodur-Streifen angeklebt, an denen wir die einzelnen Kulissenteile angeschraubt haben. Ja, geschraubt! Kappa-Karton ist sehr leicht, daher können die Teile angeschraubt werden, was eine spätere Entfernung für irgendwelche Notfälle und/oder Arbeiten erheblich einfacher macht als eine Verklebung.
Was uns noch bevorsteht... ist das Ausschneiden eines Tannen-bewaldeten Hügels. Da sind verdammt viele Tannenspitzen. Hmpf!



