Hintergrund, aber wie?
Eine wunderschöne Anlage, der Erbauer hat sich richtig Mühe gegeben. Der Blick schweift von vorne nach hinten und...
...ist mächtig irritiert. Bei vielen Anlagen fiel uns auf, dass der Erbauer dem Hintergrund, oder besser gesagt, dem Anlagenabschluß nach hinten, eher wenig Aufmerksamkeit schenkte. Es fehlt der Eindruck der Tiefe, statt dessen Abschlüsse abenteuerlichster Art, dieden ganzen Eindruck der Anlage zunichte machen. Beispielhaft sei das dokumentiert an diesen Bildern einer 60 cm tiefen Anlage:
Fein, jetzt wissen wir, wie es nicht geht. Dabei ist es gar nicht so schwer, eine passende Kulisse und einen ansehnlichen Hintergrund zu schaffen. Die Kulisse richtet sich, natürlich, nach dem am Anlagenrand herrschenden Thema. Für eine Ortschaft heisst das, Reliefhäuser oder auf 5 bis 10 mm starke Dekopappe aufgeklebte Stadt-/Dorf-Bilder (MZZ oder ähnliche). Für's Industriegebiet gibt es ebenfalls ausreichend viele Motive. Und wenn mal kein passendes Reliefhaus vorhanden ist, was hindert uns daran, einem "normalen" Hausbausatz mit Messer und Säge zu Leibe zu rücken...?
Gut für die Tiefenwirkung ist es, wenn die Kulissen mit ein wenig Abstand zum Anlagenrand montiert werden können. Das geht übrigens am besten, wenn die Landschaft nach Art der Theaterkulissen von vorne nach hinten ansteigt - sonst sieht der Betrachter möglicherweise die Lücke zwischen Kulisse und Anlagenrand, damit wäre dann jede Wirkung schlagartig neutralisiert. Ach ja, man kann die Kulissen, wie es in Weyersbühlhinter dem Ort praktiziert wurde, auch noch in der Tiefe "stapeln": wer genau hinschaut, wird drei hintereinander angeordnete Ebenen mit Kulissenhäusern erkennen.
Der eigentliche Hintergrund wird dann - Tiefenwirkung wieder mal - auch mit Abstand montiert. An die Wand zum Beispiel, wie in Weyersbühl, wo die Anlage ein gutes Stück vor der Wand steht (so weit sogar, dass man sich dahinter aufhalten kann!). Ob man einen Profihintergrund (Faller, JoWi & Co...) nimmt oder sich mit einem selbstgemalten Himmel begnügt, bleibt dem Geschmack überlassen. Und dem Gesamteindruck, denn manchmal gilt auch hier: weniger ist mehr - eine Ortschaft auf der Anlage, Halbreliefs als Kulisse und dann auch noch ein Fotohintergrund mit Häusern, das passt nur selten bis niemals zusammen.
Das alles gilt übrigens auch für modulare Anlagen, die auf Austellungen präsentiert werden. Ein höchst gelungenes Beispiel haben wir in Dortmund gesehen die
Modellbahnfreunde Coburg präsentierten ihre 0e-Anlage "An der Küste" (Beispiele beim Klick auf das kleine Bild unten). Die Module sind teilweise weniger als 50 cm tief, aber die absolut einmalige Hintergrundgestaltung lässt sie erheblich tiefer wirken. Es geht also durchaus auch auf sehr schmalen Anlagenteilen. Und natürlich auch bei Dachschrägen.
Fazit:
Kulisse und Hintergrund machen einen erheblichen Anteil am Gesamteindruck einer Anlage aus, nicht nur auf Bildern, sondern auch für den realen Betrachter. Wer malerisch nicht so begabt ist wie der Künstler aus Coburg, der hat dennoch keinen Grund zu verzweifeln: das Angebot an Kulissen, Reliefgebäuden und Hintergründen ist ausreichend. Und schliesslich bleibt immer noch die eigene Idee, zum Beispiel Kulissen aus selbtgeschossenen Fotos erstellen.



