Feiner und realistischer

Resin ist ein Kunstharz, Modelle aus Resin sind den Modellautobastlern schon lange ein Begriff. Der Vorteil gegenüber den Kunststoffspritzteilen besteht vor allem darin, daß feine Strukturen besser herausgearbeitet werden können.

Achtung! Der beim Bearbeiten (Feilen, Schleifen usw.) von Kunststoffen entstehende feine Staub kann gefährlich für die Atemwege sein! Wir empfehlen daher, einen Mundschutz zu tragen!

Nachdem alle Gebäudemodelle in Weyersbühl 1 aus "Plastik" bestanden, wollen wir für die neue Anlage Modelle mit feinerer Detaillierung und größerer Realitätsnähe verwenden. Zunächst mal stören uns die Dächer der handelsüblichen Modelle: sie sehen alle mehr oder weniger gleich aus, auch, wenn man ihnen mit Farbe und Pinsel zu Leibe gerückt ist. Besonders bei Modellen alter Fachwerkhäuser fehlt der Eindruck zusammengefallener Dachstühle und "verbogener" Dachabläufe, der einen Großteil des Charmes alter Häuser ausmacht. Also haben wir uns an das erste selbstgefertigte Dach gewagt, was wir hier ausführlicher beschreiben.

Unsere Suche nach einem "Testobjekt" eines realitätsnäheren Gebäudemodells führte uns zu den Resinmodellen, die u.a. von Langmesser Modellwelt angeboten werden. Wir entschieden uns für den "Pulverturm".

Um es vorwegzunehmen: wer schon Kunststoffmodelle gebaut hat, wird mit einem Resinhaus ebenfalls wunderbar zurecht kommen. Es empfiehlt sich, die von Langmesser kostenlos zur Verfügung gestellten Kopien der Artikel aus dem Eisenbahnjournal über den Bau von Resinhäusern zu lesen. Auch, wenn man sich nicht sklavisch an die Bauempfehlungen halten muß, so geben sie doch dem Resin-Anfänger gute Tips. Wir haben z.B. bei der Bemalung der Teile eine andere Reihenfolge gewählt und teilweise auch andere Farben verwendet (die Fachwerkbalken haben wir beispielsweise mit dunkelbraunen Filzstiften bemalt). Sinnvoll ist allerdings die Grundierung der Teile, weil sonst möglicherweise die aufgebrachten Acrylfarben nicht haften/decken.

Wie schon erwähnt ist das Dach des Bausatzes dem selbstgebauten gewichen. Nicht überzeugen konnten die Regenrinnen des Resinmodells: aus technischen Gründen ist die Spritzform nur einseitig, d.h., die Rinne hat zwar eine Außenform, ist innen aber nicht "ausgehöhlt", sondern hat eine plane Oberfläche. Wir werden in der Restekiste nach anderen Rinnen suchen...

Farbe und Pinsel

Im Gegensatz zu Kunststoffmodellen sind bei diesen Resinhäusern die Fenster und Türen ebenso bereits Bestandteil des Spritzgußteils wie die Fachwerkbalken - das bedeutet einen wesentlich höheren Aufwand an Malerarbeiten, mit viel mehr Präzision und einer sehr ruhigen Hand... Es empfiehlt sich die Verwendung wasserlöslicher Acrylfarben, denen man einen Tropfen Agepon zwecks Entspannung beimischt.

Eine "Inneneinrichtung" in Form bedruckten Papiers liegt leider auch nicht bei, wir haben uns in der Restekiste bedient und den Fenstern wenigstens Vorhänge spendiert. Diese kleben wir übrigens nicht unmittelbar auf die Scheiben, sondern auf kleine Abstandsleisten hinter den Fenstern, so entsteht ein wenig der Eindruck räumlicher Tiefe. Wer die Gebäude beleuchten will, wird um die Abtrennung der Geschosse/Räume und die Schwärzung der Wandrückseiten nicht herumkommen.

Klebrige Angelegenheit

Die Resinbauteile werden mit Sekundenkleber zusammengeklebt. Wir haben beste Erfahrungen mit Pattex Blitz-Kleber gemacht, der tatsächlich auch am nächsten Tag noch verwendbar ist, ohne daß man die Spitze abschneiden muß. Im Gegensatz zum Kunststoffkleber ist hier die sofortige korrekte Positionierung wichtig, denn nachträgliches Verschieben der Teile ist nicht möglich! Da die Teile keine Positionierungskanten wie Kunststoffmodelle haben, erfordert dies ein wenig Übung und viel Geduld. Am besten testet man die Position und die Paßgenauigkeit vor dem Verkleben ausgiebig. Sollten die Bauteile krumm oder verzogen sein, taucht man sie kurz in heißes Wasser (vor der Bemalung, natürlich!). Mit einem gewichtigen Gegenstand beschwert und plan gelegt kommen sie so "im Form". Beim Pulverturm war dies nicht notwendig, alle Teile waren recht exakt und paßgenau.

...noch mehr Selbstbau:

Entweder wir haben ihn verschlampt oder er fehlte im Bausatz: den Schornstein haben wir jedenfalls aus Karton selbst gebaut, mit Holzkit verspachtelt und anschließend bemalt. Holzkit eignet sich übrigens hervorragend zum Ausbessern der Resinteile, z.B. zum Verspachteln der Kanten. Die Stützbalken des Obergeschosses haben wir aus Holzleisten gefertigt, die Resinteile wollten uns nicht recht gefallen.

Fazit:

Der Bau von Resinmodellen erfordert viel Sorgfalt und Geduld. Aber: die Mühe lohnt! Das fertige Modell kann auch hohen Ansprüchen an Detaillierung und Aussehen genügen.

Ein "Problem" wollen wir abschließend nicht verschweigen: wenn das erste Resinhaus fertig ist, mag man sich mit den "Plastik"-Bausätzen nicht mehr so recht anfreunden...

Und wo sind die Bilder?

Begierig wie wir auf diesen Bausatz waren, haben wir von den einzelnen Bauphasen keine Fotos gemacht. Das holen wir beim nächsten Resinhaus nach! Das auf den Bildern zu sehende Haus ist nur bemalt, aber noch nicht mit Patina versehen, deshalb sind die Farben noch zu kräftig.