Ja, auch das gibts: Erfreuliches und Positives aus der Modellbahnszene. Und das soll natürlich an dieser Stelle auch nicht unerwähnt bleiben!
30.10.2009: Module vom Feinsten
Außer Weyersbühl gibt es noch ein ganz anderes Projekt.
Näheres dazu können wir noch nicht verraten, da muß der geneigte Leser schon noch bis Anfang 2010 warten..
Aber...! Dieses Projekt wird modular gebaut. Bei der Planung standen wir nun vor der Wahl, die Module bzw. Segmente selbst zu bauen oder auf bereits fertige Teile zurückzugreifen. Ein wenig Recherche und Information führte uns dann zu
IMT Lenzen. Und das war gut so. Die Module und Segmente hat Herr Lenzen persönlich nach unseren Vorgaben gefertigt. Was soll man sagen: absolut perfekte Präzisionsarbeit, toller Service und ein Preis, der den Selbstbau von vorneherein ausschliesst.
Bravo! Wer nicht gerade ein Profi im Holzbau ist und über dementsprechenden Maschinenpark verfügt - für den "normalen" Modellbahner also - für den ist IMT Lenzen die richtige Alternative zum Selbstbau.
23.10.2009: Tilligs neue Weichen
Manfred Peter hatte die Schwächen der Tillig-Weichen schon in der MIBA 9/2008 festgestellt und Umbaumöglichkeiten aufgezeigt, wir haben sie in Weyersbühl ebenfalls nur mit einigem Aufwand zum fehlerfreien Funktionieren gebracht (siehe
"Kurzschluss, weiche").
Wer nicht zu den regelmässigen MIBA-Lesen zählt, dem sei hier verraten, dass Tillig reagiert hat: die neue Generation der Code 83 Weichen hat alle Schwachstellen ausgeräumt, kein Kurzschluss mehr, elektrische Verbindung von Zungen und Backenschienen (identische Polarität), Isolierung zwischen Herzstück und Zungenschienen sowie Polarisierung von Herzstück und Flügelschienen. Manfred Peter hat die Weichen getestet und erteilt Bestnote. In MIBA 11/2009 kann sein Bericht nachgelesen werden.
Applaus für Tillig! So bietet man dem Modellbahner ordentliche Produkte zu vernünftigem Preis. Möge sich der eine oder andere Hersteller ein Beispiel nehmen...
Nun ja... in Weyersbühl funktionieren die Weichen zwar alle elektrisch einwandfrei, aber die nachträgliche (weil schon eingebaut...!) Bearbeitung hat an einigen Weichen zu minimalen Verformungen geführt, sodass das eine oder andere Fahrzeug "hängenbleibt". Wir werden also da, wo es nötig ist, die alten Weichen gegen die neuen austauschen. Über den Umbau werden wir natürlich in Wort und Bild berichten.
18.09.2009: Von Drehern und Drückern...
Was für ein Typ sind Sie? Dreher oder Drücker? So ein Drehknopf als Geschwindigkeitsregler, damit kommt man doch am Besten zurecht. Diese Tasten, also wissen'se nee...
Also, ich für mein Teil bin eher der Dreher. Oder besser gesagt, ich war es. Diese Lokmaus 2 von Roco, da hat man doch was in der Hand, kann locker den Drehregler bedienen und mit Tastendruck zwischen den Loks wählen. Einen besseren, oder besser gesagt, handlicheren Handregler habe ich noch nicht entdeckt.
Wie gesagt, ich war der Dreher-Typ. Bis ich mich, der Not gehorchend, nicht dem eignen Triebe, intensiver mit dem Lenz'schen LH100 beschäftigte. Einen Preis für formschönes Design wird er sicher nicht einheimsen, aber, man bedenke, das Ding ist vor vielen Jahren entwickelt worden und seitdem legte man bei Lenz halt mehr Wert auf die inneren Werte als auf das Äußere - will meinen, die Software im Handregler wurde immer wieder auf den neuesten Stand gebracht.
Irgendwann fiel die Entscheidung, Weyersbühl mit Digital plus zu fahren (hierzu später mehr), es war aber auch, neben einem Roco-Startset mit Lokmaus, eine Intellibox vorhanden. OK, die I-Box kann man nun wirklich nicht als Handregler bezeichnen, sie wurde auch nur am separaten Programmiergleis benutzt. Dummerweise... stellte sich im Laufe der Zeit die eine oder andere Inkompatibilität heraus. Also marschierte die I-Box in die ibucht, pardon, ebay und fürderhin wurde der bis dahin ungeliebte LH100 eingesetzt.
Zunächst beherzigte ich das RTFM (read the fu.... manual) und hatte selbiges auch eine ganze Zeit neben mir liegen, während ich den Decodern meine Wünsche zu implantieren suchte. Inzwischen brauche ich das Manual nicht mehr (außer, wenn ich wirklich selten genutzte Funktionen aufrufen möchte). Und siehe da, im Laufe der Beschäftigung mit dem LH100 wurde ich glatt zu einem Fan. Obwohl er keinen Drehregler hat. Sogar im Vergleich mit der Lokmaus kann der LH100 mehr als mithalten. Die Maus nutze ich jetzt nur noch als "Zweitregler".
Der LH100 in Verbindung mit der Zentrale LZV100 bietet eine derartige Fülle an Informations- und Programmiermöglichkeiten, dass eigentlich keine Wünsche offen bleiben. Und hat man die Logik des Lenz'schen Systems einmal verinnerlicht, bereitet auch die Bedienung über die diversen Menü-Ebenen keine Schwierigkeiten.
Ganz besonders lernt man PoM zu schätzen. Die Basisprogrammierung (z.B. Adresse) erfolgt auf dem Programmiergleis, alles andere "on the flight", also auf der Anlage während des Betriebs. Die Lok fährt zu schnell? Kein Problem. F -> PoM -> CV -> 5 - neuer Wert ... und zack! die Lok reagiert. Hoppla, sie fährt vorwärts, wenn auf dem Regler rückwärts angezeigt wird? Kein Problem. F -> PoM -> CV -> 29 -> bit -> 1 -> + ... und zack! jetzt fährt sie entsprechend der Anzeige. (Ich hab das jetzt auswendig getippt, Ehrenwort! Sowas muß ich nicht mehr nachlesen...).
Voraussetzung ist natürlich, dass der Lokdecoder begreift, was man von ihm will. Und hier bin ich bei der oben erwähnten Entscheidung für Digital plus. Schliesslich haben die DCC erfunden, da kann man ja nichts falsch machen. Und: die NMRA-DCC-Norm bedeutet nur, dass einige Basisvoraussetzungen erfüllt werden. Alles, was darüber hinaus geht, kann jeder Hersteller machen, wie es ihm beliebt. Und das führt dann möglicherwiese zu Inkompatibilitäten, vor allem, wenn man die Decoder verschiedener Hersteller verwendet (so wie ich es zu Beginn auch tat).
Jetzt verwende ich ausschließlich Lenz Decoder. Den Billigangeboten habe ich eh nie über den Weg getraut, ich habe nämlich nicht genug Geld, mir etwas Billiges zu kaufen. Sound-Schnickschnack brauche ich nicht, das ist nur ein nettes Gimmick, finde ich. Bei den großen Spuren mag das noch Sinn machen, aber beim Einsatz von 4 oder mehr Ha-Null-Zügen gleichzeitig in einem normal großen Modellbahnzimmer ist es einfach nur lästiger Lärm. Und so richtig echt kommt der Sound über ein gerade mal Cent-großes Lautsprecherchen auch nicht rüber.
Einen Handregler bevorzuge ich übrigens, weil ich keine Lust habe, mich zwecks Anlagenbedienung an ein monströses Fahrpult a la Ecos oder Commander mit Mäusekino begeben zu müssen. Da lob ich mir mein analog aufgebautes Stellpult mit diesen endgeilen Brawa-Tastern - zugegeben, ich bin ein Augenmensch. Und da ich beruflich permanent an Tastatur und Monitor sitze, habe ich mich ganz bewusst gegen eine Softwarelösung zur Anlagensteuerung entschieden. Digital fahren und analog schalten, das ist meine Modellbahnwelt. Der Bildschirm dient mir nur zum Kontrollblick in den Schattenbahnhof.
Ich bin also ein Drücker geworden. Das Design des LH100 gefällt mir zwar immer noch nicht und wenn es mal einen Nachfolger geben wird, habe ich auch nichts gegen ein schickeres Design und einen motorgeregelten Drehknopf; ich weiß, der ist viel teurer als Drucktasten oder ein nicht geregelter Drehknopf, deshalb wird er wohl auch Wunschtraum bleiben. Und gegen eine drahtlose Variante hätte ich auch nichts einzuwenden, das wäre mir durchaus den Mehrpreis wert...
Aber: Funktionalität und Sicherheit dieses Handreglers und der Zentrale sind überzeugend. Und genau deshalb fahre ich mit Digital plus.
Und ich werde demnächst auch ein paar andere "Spielereien" von Digital plus einbauen. Die RailCom-Anzeige auf dem Stellpult für das Programmiergleis (Lokschuppengleis) ist ja bereits vorgesehen, auf den beiden Paradestrecken werde ich die ABC-Technologie nutzen: punktgenau am Signal anhalten und zwar nicht abrupt, sondern mit einer richtigen Langsamfahrstrecke zwischen Vorsignal und Signal.
Ach ja, RailCom haben die von Lenz auch erfunden, und bei RailCom sind ja noch eine Menge Möglichkeiten denkbar. Ich bin sicher, dass ich da auch wieder was finde, was für mich interessant ist.
Wenn der geneigte Leser jetzt meint, das sei kostenlose Werbung für Lenz und Digital plus, dann hat er Recht. Warum auch nicht, ich jedenfalls bin von Digital plus überzeugt und kann es nur empfehlen.