Gelegentlich kann man nur noch den Kopf schütteln. Manche Nachricht aus der Modellbauszene erzeugt Staunen und manche auch einen gerechtfertigten Zorn. HaJo Wolf mag dazu nicht immer schweigen und muss einfach zu manchen Vorgängen seinen ganz privaten Senf dazugeben!

06.06.2010: Heikles Thema: rauchfrei...

RaucherKeine Frage, rauchen ist nicht gesund. Auch keine Frage: der Qualm der Glimmstengel schlägt sich als klebrige Ablagerung auf unsere schöne Modellbahn nieder. Besonders auf die Gleise. Wer seiner Modellbahn also etwas Gutes tun will, der sollte im Anlagenbereich möglichst nicht rauchen. Leicht gesagt, ich bin selbst Raucher, und ich rauche gerne, weil mir meine leicht nach Vanille duftenden Zigarren schmecken.

Und, mit Verlaub, es ist mir völlig egal, ob das meiner Gesundheit schadet, in 10 Minuten Stau (das ist einer der kürzeren Staus!) auf dem Kölner Autobahnring atmet man mehr Dreck und Schadstoffe ein als an einem ganzen Rauchertag.

Bruno ist Nichtraucher, es käme mir nicht in den Sinn, bei ihm zuhause einen Glimmstengel anzuzünden. Josef ist auch Nichtraucher und reagiert empfindlich auf vollgequalmte Räume, also nehme ich darauf Rücksicht, wenn er in Weyersbühl ist und rauche draussen. In meinen eigenen vier Wänden, wohlgemerkt!

Was will uns der Autor damit sagen? Ganz einfach: dass es mit Toleranz auch ein problemloses Miteinander von Rauchern und Nichtrauchern gibt. Toleranz, ein Wort, dass einige Mitmenschen fehlinterpretieren. Für sie heisst Toleranz, dass man gefälligst tut, was sie wollen. Es ist nur eine Minderheit von militanten, "toleranten" Antirauchern, aber sie agiert derzeit hier in Köln unter dem Motto "rauchfrei, aber richtig" wie eine geheime Antiraucherpolizei. Diese Leute haben nichts Besseres zu tun, als durch die (wirklich zahlreichen) Kneipen zu ziehen und zu "kontrollieren", wie und ob dort die Bestimmungen des unsinnigen Gesetzes eingehalten werden, verzehren tun sie dabei nichts. Jeder Verstoß wird, natürlich, zur Anzeige gebracht.

Es ist mir bewusst, dass ich an dieser Stelle polarisiere, aber noch herrscht Meinungsfreiheit in unserem Lande, und deshalb schreibe ich hier meine Meinung, die übrigens von dem meisten Nichtrauchern, die ich kenne, geteilt wird: Niemand wird genötigt, in eine Kneipe zu gehen, in der geraucht wird. Wem's nicht gefällt, der möge nicht reingehen. So einfach ist das. Das Gesetz ist ebenso unnötig und unsinnig wie die Umweltzonen - sicher gehen die Denunzianten demnächst gegen den Feinstaub vor, der sich einen Dreck um die Umweltzone schert, und gegen den Wind, der den Feinstaub überall hin pustet.

Die große Mehrheit der Nichtraucher ist tolerant. Und entgegen anderslautenden Behauptungen: die Wirte spüren erheblichen Umsatzrückgang, der teilweise bis an die Gefährdung der Existenz geht. Wie die meisten unserer qualmenden Bekannten und Freunde gehen auch wir nicht mehr in Kneipen, in denen wir unserem Laster nicht frönen dürfen.

Diese kleine, militante Antiraucher-Minderheit, die selbst vermutlich nicht zu den regelmäßigen Kneipenbesuchern zählt (dazu haben sie ja keine Zeit mehr...), sorgt sich nicht etwa um die Gesundheit anderer, nein, sie lässt in bester 68er-Gutmenschen-Tradition nur die eigene Meinung gelten und denunziert alle, die trotz des (EU-initiierten) Rauchverbots ein tolerantes Miteinander von Rauchern und Nichtrauchern fördern. Es geht ihnen darum, ihre Meinung anderen aufzuzwingen, leider finden Sie Unterstützung beim Gesetzgeber. Das nenne ich intolerant. Und überflüssig. Es gäbe viele Dinge, um die man sich vorrangiger kümmern müsste und die alle Bürger betreffen.

Sei's drum, in Weyersbühl wird geraucht (und dann eben ein wenig mehr geputzt). Und wem's nicht gefällt, der darf gerne draussen bleiben, außer Josef natürlich, da bin ich tolerant. Und jetzt steck ich mir erst mal eine an :-Q und gehe Gleise putzen...

18.01.2010: Neue Sicherheitslücken im Internet Explorer!!

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt am 15.1. vor der Benutzung des IE der Versionen 6, 7 und 8 auf den Betriebssystemen XP, Vista und Windows 7. Es genügt nicht, auf den so genannten "gesicherten Modus" zu wechseln! Es besteht die Gefahr, dass über scheinbar harmlose Webseiten Malware auf Ihrem Rechner installiert wird. Die jüngsten Hacker-Angriffe gegen Google, Adobe und andere Unternehmen sind offenbar auf diese Lücke zurückzuführen. Tip: grundsätzlich auf den IE verzichten. Firefox oder Safari sind besser, schneller und vor allem sicherer.

BSI Information des BSI

14.01.2010: FALLER ist gerettet?

Gestern, als kleine 10-Zeilen-Meldung, in der Südwestpresse zu lesen: FALLER ist gerettet. Schön! Ähem, wirklich schön? "Gerettet" haben das Unternehmen der Geschäftsführer, dessen höchst merkwürdige Produkt- und Personalpolitik man getrost als eine der Hauptursachen für die Insolvenz betrachten darf, und ein weiterer, verbandelter Investor, beide, wie man hört, mit je 500.000 Euro, sowie die Banken, die ausnahmsweise mal die Füße still halten. Wie hatte doch der Geschäfstführer sinngemäß gesagt: er habe die Insolvenz eigentlich für ein Jahr später geplant...? Und jetzt kauft er die Reste auf. Ein Schwein, wer böses dabei denkt.

Ob das schwarzwälder Traditionsunternehmen wirklich gerettet ist, darf man bezweifeln: die Geschäftspolitik geht weiter wie bisher: Fachleute sind alle abserviert und aussondiert, Personalkosten sollen weiter gesenkt werden. An den entscheidenden Stellen sitzen Leute, die weder vom Produkt noch von Markt oder Zielgruppe fundierte Kenntnisse haben. Nein, eine Rettung stellen wir uns anders vor. Im Sinne der Mitarbeiter und der Marke hoffen wir, daß wir uns diesmal irren.

02.01.2010: Legastheniker, dreist oder einfach nur doof?

Nein, ich will keine Komplettanlage bei eBay kaufen. Aber ich schaue gerne mal, was dort so angeboten wird. Schonmal in der Rubrik "Komplettanlage" gewesen? Ist wirklich spannend. Man findet dort allen möglichen Krempel, Schrott, unverkäufliche Ladenhüter, endlos viele einzelne Blechschienen, natürlich immer als ein separates Angebot... nur kaum eine Komplettanlage. Naja, vielleicht hat der Autor einfach nur ein falsches Verständnis vom Begriff "Komplettanlage". Obwohl, es scheint generell schwierig zu sein, für sein Angebot die richtige Rubrik zu finden, denn was an Kategorie-fremdem Müll auch unter "Loks" oder "Wagen" oder "..." zu finden ist, ist kaum zu glauben. Sind die (oft professionellen!) Verkäufer, die mit ihrem Schrott die Angebotskategorien zumüllen, Legastheniker oder einfach nur dummdreist? Der Autor vermutet Letzteres. Wer glaubt, eine entsprechende Meldung an eBay sei erfolgreich, der irrt gewaltig: eBay kümmert sich einen [zensiert] darum. Auch die Anregung, die Epoche als Kategorie einzuführen, wurde nicht mal beantwortet. Die eBay-Idee war mal richtig gut.

02.12.2009: Mal wieder ein Winzigweich-Alleingang

Offenbar gibt es bei Verwendung des Internet Exploer 8 einige Probleme mit der Weyersbühl-Webseite (und nicht nur mit der..). Warum das so ist? Weil Winzigweich wieder mal sein eigenes Süppchen kocht. Wir haben versucht, diese Suppe bei der Programmierung abzuschütten, sprich, dafür zu sorgen, dass auch der IE 8 alles vernünftig anzeigen kann; aber wir haben weder Zeit noch Lust, permanent auf Microsoft Alleingänge zu reagieren. Wenn die Seite nicht richtig funktioniert (z.B. Bildgalerie), dann hilft nur eines: den IE 8 in den Kompatibilitätsmodus schalten, dann sollte er sich wie ein IE 7 verhalten und alles problemlos anzeigen. Beschwerden bitte an Microsoft...

04.11.2009: betrifft: Märklin - die SWR Reportage

Lag es an oberflächlicher Recherche, wollten oder durften die SWR-Redakteure nicht wirklich tief graben? Natürlich tragen die Banken einen Teil der Verantwortung, weil sie zuerst selbst grandiose Fehlinvestitionen tätigten und dann kleinen Mittelständlern die Kreditlinien kündigten. Und auch die Erbengemeinschaft hat seit 20 Jahren einen Mist nach dem anderen gebaut nach dem Prinzip "Gier frisst Hirn". Einer der Hauptschuldigen für das Märklin-Drama aber kam in diesem Bericht mit einem sehr hellblauen Äuglein davon: der Investor, vertreten durch seinen Chef. Man muss nur die zahlreichen Dossiers (z.B. der Financial Times Deutschland) lesen, um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie da ein Unternehmen ausgeblutet wurde. Nicht zum erstenmal übrigens, die Herrschaften haben schon mehrfach Übung darin. Wir nennen das skrupellos. Aber diesen Herrschaften ist wohl nicht beizukommen, auch der Märklin-Insolvenzverwalter hat ja mächtig zurückgerudert seinerzeit, weil die Haie mit beissen drohten.

Völlig unverständlich die Äusserungen und Aktivitäten des Insolvenzverwalters. Milchmädchenrechnungen, für die man weder akademisch gebildet noch kaufmännisch bewandert sein muß. Das simpelste Mittel, ohne Sinn und Verstand: Mitarbeiterentlassungen. Dass hiermit das Grundkapital des Unternehmens ausgedünnt wird, scheint bis zum Juristen Insolvenzverwalter noch nicht durchgedrungen zu sein. Das Management zu ersetzen und dabei auch zu verschlanken ist richtig - aber wen hat der Insolvenzverwalter da in die Chefetage gesetzt...

Er hätte nur die von ihm selbst ermittelten Zahlen richtig deuten müssen: die Verluste sind zu mehr als 90% (!!) vom Management und von den Finanzhaien verursacht worden, weder von einem zurückhaltenden Handel noch von fehlenden Käufern. Und schon garnicht von den Mitarbeitern. Auch die Zusammenhänge der nicht insolventen ungarischen Märklin Kft und der Produktion in China hat der Insolvenzverwalter nicht richtig erfasst. Wie auch: er ist Jurist. Kein betriebswirtschaftlich beschlagener Manager mit fachlichem Branchenbackground.

Der kolportierte illusorische Kaufpreis von 100 Mio Euronen (wofür eigentlich? Die Markenrechte liegen im Banksafe, die Werkzeuge/Formen gehören wohl der ungarischen der Kft.) und das völlig unrealistische Konzept des Insolvenzverwalters, der die Zielgruppe weder kennt noch richtig einschätzt, machen für Märklins Zukunft nur wenig Hoffnung. Das Beispiel Roco/Fleischmann (Modelleisenbahn-Holding) zeigt, dass man nicht mal so eben en passant als Branchenfremder einen Modellbahnhersteller kauft, ein ahnungs- und kenntnisloses Management aus fremden Branchen einsetzt und den Laden in eine erfolgreiche Zukunft führt. Wer das zu können glaubt, ist blauäugig. Da kann der gute Insolvenzverwalter noch so viel PR machen - er hat bis jetzt keine Basis für eine erfolgversprechende Zukunft geschaffen.

Wenn nicht bald sowas wie ein kleines Wunder geschieht, ist Qualität unter Markennamen wie Märklin, Trix, Fleischmann und Roco (und auch Faller) bald nur noch Modelleisenbahngeschichte. Es wäre verdammt schade drum!

02.11.2009: Management by Jeans

Viele große Namen sind auf der Insolvenzliste aufgetaucht. Unternehmen wie Schiesser, Arcand'or (Quelle, Karstadt...), Opel, Woolworth, Rosenthal, Hertie, Karmann (wer erinnert sich nicht gerne an dieses traumhafte Auto auf Käferbasis!) usw. - Märklin und Faller sind da nur kleine Fische im Teich.

Sie wissen nicht, was Management by Jeans ist? Nun, an den entscheidenden Stellen sitzen die Nieten. Was das mit Weyersbühl zu tun hat? Nun, zunächst einmal nichts, außer dass von Insolvenzen in der Modellbahnbranche natürlich auch der Modellbahner betroffen ist. Eine Insolvenz kann viele Ursachen haben. Und sie kann sogar hilfreich sein, um das Unternehmen gestärkt und mit zukunftsfähiger Konzeption weiterzuführen.

Wenn aber die Insolvenz nur und ausschließlich auf die Inkompetenz und Ignoranz der Unternehmensleitung zurückzuführen ist, wenn dann eben diese Unternehmensleitung trotzdem weiter ihr Unwesen treiben darf, dann sieht der Blick in die Zukunft nicht rosig aus. Das Kapital eines Unternehmens sind die Mitarbeiter: engagierte, fachlich versierte und erfahrene Mitarbeiter. Dünnt man an dieser Stelle aus und ersetzt dieses Kapital durch branchenfremde Zuvielverdiener ohne Produktaffinität und Lernbereitschaft, ist der erste Schritt in die Krise bereits getan. Die Produkte sind nicht mehr marktgerecht, Service und Qualität leiden. Kommt ein kleiner Anstoß von außen hinzu (wie die Rezession), fällt das Kartenhaus rasch in sich zusammen: Insolvenz.

Jetzt wäre die Gelegenheit, aufzuräumen, in der Geschäftsführung wieder auf Kompetenz zu setzen. Wenn das versäumt wird, fragt sich der Autor, ob der Insolvenzverwalter seine Hausaufgaben richtig erledigt hat. Wenn die alte/neue Geschäftsführung dann auch noch den Rest des fähigen Mitarbeiterkapitals stil- und sinnlos auf die Straße setzt, wenn das neue "Konzept" auf Ahnungs- und Interesselosen, auf Nichtskönnern und Dummschwätzern aufbaut, dann fehlen druck-/publikatonsreife Worte zu einem Kommentar. Eine Perspektive ohne Know how, ohne Engagement und Marktkenntnisse. Merkbefreit und lernresistent sind noch die freundlichsten Worte, die dem Autor hierzu einfallen. Für die Zukunft des betroffenen Unternehmens kann man bedauerlicherweise nur düstere Prognosen abgeben.

Was den Autor dabei wirklich ärgert, ist nicht die Tatsache, dass die Management-Nieten in der Regel entweder finanziell weich gepolstert zu Boden schweben oder sogar überbezahlt in Amt und Würden bleiben, sondern, wie skrupellos und ignorant mit Mitarbeitern, mit Menschen umgegangen wird.

Das ist, mit Verlaub, zum Kotzen.kotz

Der Brite hat übrigens ein nettes Bonmot parat für die Anhäufung von Inkompetenz in Führungsetagen: first people hire first people, second people hire third people. Was soviel meint wie: wer gut ist, lässt auch nur gute Leute mit/für sich arbeiten, wer nichts kann, umgibt sich auch nur mit Nichtskönnern. Und entledigt sich schnellstmöglich all jener, die mehr können und gut sind.

24.10.2009: Vorsicht, FALLE-r...

Katalog und Webseite weisen andere Artikelnummern und Bezeichnungen aus als das Produkt. Die Nummer des "normalen" Hintergrund Baar und die Nummer der Verlängerung sind vertauscht. Außerdem sind in unseren Packungen andere Teile enthalten, als das Katalogbild ausweist (genau falsch herum!).

Das führt natürlich erstmal zu einer falschen Bestellung: wir haben jetzt leider nur Teile, die wir nicht aneinandersetzen können, weil die falschen Seiten aneinanderpassen würden. Ok, wir könnten den Hintergrund über die Eingangstüre kleben...

Naja... die beiden gespiegelten Ansatzteile müssen ohnehin nachgearbeitet werden: Wolken, Landschaft und vor allem der unnötige Fernsehturm sind an der Nahtstelle einfach nur gruselig hässlich. Also: zu Pinsel und Farbe greifen und malen.

23.10.2009: Versager...

Schon gehört? Das Auto des Geschäftsführers eines insolvent gewordenen Unternehmens, das üblicherweise gut sichtbar auf dem Firmenparkplatz abgestellt ist (das Auto, nicht das Unternehmen!), wurde von einem "Öbeltäter" mit einem Schild verziert. Auf diesem prangte in großen Lettern: VERSAGER. Bedauerlicherweise haben wir bis jetzt kein Foto dieses Schelmenstücks auftreiben können. Der Redaktion sind Name des Fahrzeughalters und des Unternehmens bekannt, wir versagen uns aber weitere Bemerkungen...

23.10.2009: Aus aktuellem Anlass nochmal ein Hinweis an die Hersteller von Fahrzeugmodellen

An dem bayrischen (bayerischen?) Gepäckwagen ist die Schlussbeleuchtung ausgefallen. Bedienungsanleitung? Fehlanzeige. Nirgendwo ein Hinweis, wie das Ding zu öffnen ist. Versuch macht kluch, denkt der Bastler. Weit jefehlt: die als Halter vermuteten Nasen llassen sich auch unter Einsatz gerade noch vertretbarer Gewalt nicht bewegen, das Modell nicht öffnen. Vor Wochen schon eine Bitte-Hilfe-Mail an Trix - bis heute keine Antwort. Und ärgern, ärgern, ärgern...

Der durchschnittliche Modellbahner verfügt über maximal zwei (in Worten Z W E I ) Arme nebst am unteren Ende derselben befindliche Hände, welchselbige wiederum mit jeweils fünf (F Ü N F) Fingern ausgestattet sind. Aufgrund der Fertigungstoleranzen schwankt der Geschicklichkeitsindex beim Einsatz der Hände/Finger zwischen 0 und 10, wobei der Nuller besser keinem Modell zu Nahe kommt.

Aber, verehrte Hersteller von Lokomotiven und Wagen, selbst für den begnadetsten Zehner ist es absolut unmöglich, ein Modell gleichzeitig festzuhalten, beidseitig die Seitenwände zu spreizen (die einen Festigkeitsindex mit nur zwei Zuständen haben: ich geh nicht auf oder ich brech ab) und die vermaledeiten Plastiknasen auszuhebeln sowie wiederum gleichzeitig das Gehäuse von der Bodengruppe zu trennen, ohne irgendein filigranes Bauteilchen abzubrechen oder gar dem Gehäuse einen bleibenderen Schaden zuzufügen. Beispiele gefällig? Gerne: Trix eigentlich schöner Triebwagen ET 87 oder eine beliebige Version der Wittfelds von Liliput (Bachman).

Es gibt absolut keinen vernünftigen Grund, Gehäuse und Bodengruppe mittels der sch... Plastiknasen zu verbinden! Ein oder zwei klitzekleine Schräubchen reichen da völlig aus uns sind nun wirklich auch für handwerklich weniger begnadete Modellbahner recht einfach zu lösen. Angesichts der immer exorbitanteren Preise kann es ja wohl an dem Zehntelcent für zwei Schräubchen nicht scheitern.

Übrigens: nur für den Fall, daß Sie, verehrte Hersteller, den Einbau von Decodern per Schnittstelle vorsehen: denken Sie doch bitte auch daran, daß selbst kleinste Decoder ohne Schnickschnack und Lautsprecher einen gewissen Platzbedarf haben und überdies die Kabel untergebracht werden müssen. Nicht jeder mag oder kann am Gehäuse seiner mehreren hundert Euronen teuren Lok herumsägen, schleifen oder fräsen, bloß weil ein Standarddecoder keinen Platz findet außer vielleicht gut sichtbar am Platz des Lokführers.

14.09.2009: Der Nächste bitte...

MaerklinHeute hat FALLER Insolvenz angemeldet. Aber... war das nicht schon längst abzusehen?! Das komplette Management von FALLER besteht aus branchenfremden Juristen, BWLern und anderen Theoretikern ohne Kenntnisse, Erfahrungen oder Affinität zum Produkt oder zum Hobby Modellbahn. Die meisten "alten" FALLER-Profis, die sich mit ihrer Fach- und Marktkenntnis nicht gegen Zahlenmenschen und Juristen durchsetzen konnten, sind inzwischen nicht mehr im Unternehmen. Die Produktlinie entfernt sich immer weiter vom Kundenwunsch, wichtige Produkte werden, weil sie nicht schnell genug drehen, abgekündigt und gestrichen, Neuheiten sind entweder Abklatsch alter Bausätze oder am Bedarf vorbei (wieviele Modellbahner bauen Epoche 6!?), zu teuer und technisch/konzeptionell teilweise durchaus verbesserungswürdig.

Probleme gab es schon vor zwei Jahren, die richtigen Konsequenzen hat die Geschäftsführung daraus nicht gezogen. Unbezahlte Mehrarbeit und Austritt aus dem Tarifverbund lösen nicht das Problem der verfehlten Produkt- und Marktpolitik. Wie sagte der FALLER-Chef Neidhardt 2007: "Ich mache das alles nur, weil ich Licht am Ende des Tunnels sehe." Tja, das war wohl leider der Zug, den er selbst aufs falsche Gleis geleitet und der ihn jetzt überrollt hat.

Märklin und FALLER sind typische Beispiele für hausgemachte Insolvenzen durch Mismanagement. Natürlich ist der Markt schwierig, aber sich immer nur auf die "wegsterbenden" Modellbahner oder den von der Krise gebeutelten Handel zu berufen, das ist genauso dumm wie falsch. Es bewahrheitet sich mal wieder: der Fisch stinkt immer am Kopf zuerst...

Aus Sicht des Modellbahners ist es sehr bedauerlich, dass es wieder eine Traditionsmarke getroffen hat. Möge der Insolvenzverwalter Grub ein ebenso glückliches Händchen haben wie bei der von ihm ebenfalls betreuten Schiesser-Insolvenz.

26.02.2009: Märklin: Staatsanwaltschaft ermittelt

Wie u.a. die NWZ/Göppinger Kreisnachrichten berichten, hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart wegen Verdacht auf Untreue die Ermittlungen aufgenommen. Die Einzelheiten in der Causa Märklin werden immer unbegreiflicher. So soll an Märklin-Mitarbeiter "Schweigegeld" gezahlt worden sein, damit die unsauberen Machenschaften der "Investoren" schön im Dunkeln bleiben. Wir hatten uns schon gefragt, wie man ein SAP so manipulieren kann, daß es den Verantwortlichen bei Märklin nicht auffällt - kann man nicht.

Ein Beispiel für die Abzocke der "Investoren": 2006 erhielten die "Berater" 10,7 Mio € an Honoraren, der Unternehmensverlust in diesem Geschäftsjahr betrug 13 Mio € - bereinigt also nur 2,3 Mio. Im Jahr stand den Beraterhonoraren in Höhe von 13,8 Mio € ein Verlust von 16 Mio € gegenüber, bereinigt um die Honorare also 2,2 Mio.

Märklin ging es nicht gerade gut, aber die bereinigten Verluste hätte eine kompetente und fachkundige Geschäftsführung durch entsprechend sinnvolle Maßnahmen korrigieren können. Die Berater hingegen haben weder sinnvolle Maßnahmen getroffen noch vernünftige Konzepte vorgelegt - sie haben nur eines: möglichst viel Geld aus dem Unternehmen gezogen. Wir nennen das verbrecherisch.

Ganz nebenbei stellt sich dem geneigten Leser eine Frage: wofür erhält eine Geschäftsführung (sicher nicht magere) Gehälter, wenn sie ihre ureigenste Aufgabe, nämlich das Geschäft zu führen, ausschließlich anhand zweifelhafter "Ratschläge" externer, fachunkundiger, dafür aber umso kostspieligerer Berater durchführt?

25.02.2009: Der Märklin-Tragödie nächster Teil: Kingsbridge "wehrt sich"

Laut Bericht in der NWZ/Göppinger Kreisnachrichten will der Hai jetzt Klage gegen den Insolvenzverwalter erheben. Alles sei falsch und so garnicht gewesen. Die FTD berichtet ähnliches.

Nur am Rande sei angemerkt, daß der Insolvenzverwalter ein erfahrener Jurist ist, dem solche "Anschuldigungen" ganz sicher nicht leichtfertig über die Lippen kommen...

Kingsbridge Capital Advisors Ltd gehört zur Hardt-Group, hinter der ein Alexander Schweickhardt (Österreich) steckt, der aus seiner Haltung keinen Hehl macht und Zweifel an der moralischen Richtigkeit seines Geschäftsgebahrens nur mit hämischem Grinsen kommentiert.

Wie sagte der damalige (erfolglose) Geschäftsführer Paul Adams im Mai 2006 anlässlich der Übernahme: "Wir haben mit Kingsbridge Capital nun einen verlässlichen und solventen Partner an der Seite, der flexibel und schnell auf die Bedürfnisse des Unternehmens eingehen kann. Diese unternehmerische Neuausrichtung schafft Freiräume für die Expansion. Damit sind wir für die Herausforderungen der kommenden Jahre gut gerüstet". Kein Wunder, daß Herr Adams erfolglos war, angesichts solcher Bauäugigkeit (wenn man nicht Schlimmeres unterstellen will).

Wir sind gespannt, wie dreist sich die Unschuldslämmer noch zeigen...

10.02.2009: Der große Eisenbahnraub

Der Film mit Donald Sutherland, Sean Connery und Lesley-Anne Down ist eine Delikatesse. Wer ihn noch nicht kennt, dem sei das Spektakel aus den Anfangszeiten der Eisenbahn sehr empfohlen.

MaerklinAbsolut keine Delikatesse findet der geneigte Leser unter dem gleichen Titel im umfangreichen Märklin-Dossier der FTD (Financial Times Deutschland). Die Insolvenz des Traditionsunternehmens war weder unvermeidlich noch eine Folge des schwierigen Marktes oder der Finanzkrise.

Ich meine: hier ist ein zwar verschuldetes und u.a. durch Streitigkeiten der ehemaligen Eigentümergemeinschaft in Schieflage geratenes, aber keineswegs insolventes Traditionsunternehmen wissentlich und vorsätzlich von Finanzhaien ausgeblutet und ausgeraubt worden.

Dies war bei weitem nicht die erste Tat dieser Herrschaften. Und darüber hätten sich die Verkäufer von Märklin und auch die Gewerkschaften, die den Verkauf an die "Heilsbringer" Finanzinvestoren vor 3 Jahren vehement gefordert hatten, durchaus vorher informieren können, denn diese Informationen stehen jedem zur Verfügung, der sich ein wenig Mühe bei der Suche gibt und nicht nur den Versprechungen und Hochglanzprospekten glauben will.

Und ich meine weiter: wenn diese EU wirtschaftspolitisch etwas zum Nutzen der Bürger bewirken will, dann kann sie das jetzt beweisen, indem sie die gesetzlichen Grundlagen dafür schafft, daß solche Raubzüge künftig nicht mehr möglich sind und die Täter zur Verantwortung zieht. Die Bundesregierung ist hier ebenfalls gefordert, auch, wenn es sich nicht um eine Großbank oder einen Automobilkonzern handelt - hier geht es um ein Grundproblem der freien, globalisierten Finanzwirtschaft: diese hat eine höchst ungesunde Eigendynamik entwickelt, die bar jeglicher Ethik und Moral ist. Das einzige Credo dieser Leute lautet: pecunia non olet.

Das fatale Problem des Insolvenzverwalters: Produkt(e) und Marke haben tatsächlich gute Chancen, aber der Name "märklin" alleine ist nicht viel wert, weil die Produktion in Ungarn ein eigenständiges Unternehmen in der internationalen Matrjoschka der Finanzhai-Gruppe ist und nicht Teil der Insolvenz. Da ohne Sinn und unternehmerischen Verstand - nur zwecks "Kostenreduktion" auf dem Papier - ein weiterer Großteil der Produktion nach China ausgelagert wurde, kann ein eventueller neuer Eigner zunächst nicht auf Produktionsstätten (und die kostspieligen Werkzeuge) zugreifen. Theroretisch könnten die Finanzhaie das Werk in Györ sogar an einen Mitbewerber verhökern, der mit den vorhandenen und Märklin eben nicht gehörenden Werkzeugformen und einem neuen, vielleicht sogar ähnlich klingenden Produktnamen auf den Wechselstrommarkt drängt und einen eventuellen Relaunch Märklins erschwert. Es würde zum Prinzip dieser Equity-Companies passen: die Filetstücke aufhübschen und gewinnbringend verscherbeln, den Rest ausbluten und gegen die Wand fahren. Non olet...

Märklin muß dem Markt erhalten bleiben, keine Frage. Wegen der Märklinisten, Trix-Liebhaber und LGBahner, wegen der Mitarbeiter, wegen der Zulieferer, wegen der Händler, wegen der Modellbahnbranche. Wir hoffen, daß sich ein neuer Besitzer findet, der mit Sachverstand und Herzblut das Traditionsunternehmen wiederbelebt.

Und noch etwas sollte der künftige Eigner wissen: gerade in der sensiblen Modellbahnbranche kann man ein Unternehmen nicht ausschließlich nach dem Prinzip der Gewinnmaximierung und mit betriebswirtschaftlichen Erstsemesterweisheiten führen. Hohe Produktqualität, exzellente Marktkenntnisse, kundenorientierter Service und das Know how der Mitarbeiter sind ebenso entscheidend für den Erfolg wie Affinität zum Produkt und Herzblut. Wer sich der "altgedienten" und markterfahrenen Mitarbeiter entledigt, Händler und Kunden durch Lieferverzögerungen und schlechten Service verärgert und ausschließlich branchenfremde "Führungskräfte" ans Ruder lässt, der steuert von Anfang an aufs nächste Riff zu.