Die Epoche

Auch hier ist zunächst einmal die persönliche Vorliebe entscheidend. Der eine ist fasziniert von der modernen Technik der heutigen Epoche, andere finden die frühe Bundesbahn der Epoche 3 interessant und nicht wenige schwärmen für die guten alten Zeiten der Epochen 1 und 2, in der es noch die Länderbahngesellschaften und die Reichsbahn gab. Erfreulicherweise sind die Angebote der Hersteller inzwischen für alle Epochen umfangreich. Und sogar die Freunde ausländischer Bahngesellschaften werden mehr und mehr fündig.
Info zu den Epochen findet man z.B. bei Modellbahn Links

Die Wahl der Epoche bestimmt zusammen mit dem verfügbaren Platz dann auch das Thema. Frühe Epochen haben weniger Platzbedarf, weil die Fahrzeuge kürzer sind, DKW's und große Weichenabzweige verwendet werden können und die Radien einigermaßen eng sein dürfen. Die heutige Zeit braucht schlanke Weichen und große Radien, ein Bahnsteig für einen ICE muß ausreichend lang sein (2 Meter sind da eher wenig!), die Weichenfelder benötigen immens viel Raum. Wer gar daran denkt, das FALLER carsystem zu integrieren, der sollte schon über einen recht großen Raum verfügen.

Das Thema

Immer wieder muß man sich den verfügbaren Platz vor Augen halten. Durchgehend zweigleisige Strecken benötigen natürlich mehr Fläche als eine eingleisige Nebenbahn. Wer an einer zweigleisigen Strecke keinen größeren Durchgangsbahnhof realisieren kann, der findet vielleicht Gefallen an einem kleineren Haltepunkt, der von Fernschnellzügen nur passiert wird.

Wo sind die Vorlieben? Will ich mich entspannt zurücklehnen und meine Züge in voller Fahrt betrachten oder bevorzuge ich das "Spielen", das manuelle Fahren? Oder möchte ich möglichst viel Rangierbetrieb? Hängt mein Herz an der gemütlich dahinzuckelnden Nebenbahn oder vielleicht eher an Hochgeschwindigkeitszügen?

Schauen wir uns doch einmal ein paar mögliche Themen an:

Zweigleisige Hauptstrecke mit Durchgangsbahnhof, Epoche 5: hoher Platzbedarf, wenn die Radien und der Bahnhof realistisch wirken sollen. Anlagenlänge mindestens 6 Meter, besser mehr. Kommt ggfs. noch eine Nebenstrecke dazu? Dann sollte man lieber über noch ein oder zwei Meter verfügen. Eine solche Anlage dürfte einen separaten Hobbyraum mit erklecklichen Ausmaßen im Keller oder unterm Dach erfordern.

Zweigleisige Hauptstrecke mit kleinem Bahnhof, Epoche 3/4: auch hierfür dürften wenigstens 6 Meter Länge erforderlich sein. Das gerade in dieser Epoche so beliebte Modell eines Dampflok-BW sieht merkwürdig aus, wenn ein Ringlokschuppen und eine Drehscheibe an den Rand den Bahnhofsausfahrt gequetscht werden.

Eingleisige Nebenbahn mit Bahnhof, Epoche 1/2: Das Thema von Weyersbühl. Mit einer Länge von knapp 4.80 Meter gerade eben ausreichend für 4 Bahnhofsgleise. Platzsparend wirken sich Dreiwegweiche und DKW aus. Wer, wie ich, nicht auf den Anblick schöner Schnellzüge verzichten mag, der sollte eine am besten zweigleisige Paradestrecke vorsehen. Das BW dieser Epoche kann zwar kleiner ausfallen als für Epoche 3 oder 4, braucht aber um halbwegs realistisch zu wirken, immer noch rund 1.5 Meter. Das BW in Weyersbühl - recht klein, aber dennoch knapp 1.50 Meter lang.

Bahnbetriebswerk: Ein großes BW mit Behandlungsanlagen, Drehscheibe(n) und vielständigem Lokschuppen kann ein reizvolles Thema sein. Hier stehen Rangierfahrten im Vordergrund. Je größer die verfügbare Fläche, desto realistischer lassen sich die Abläufe eines Dampf-BW nachbilden. Der dazugehörige Bahnhof ist auf einer solchen Anlage nicht abgebildet; ein Schattenbahnhof und eine Paradestrecke ermöglichen zusätzlich (automatisierbare) Zugfahrten.

Güterabfertigung/Industrie: Ob Pferdefuhrwerk, Holzverladung, Industrieanschluß oder moderner Containerbahnhof - das Thema Güter kann mit vielen reizvollen Façetten dargestellt werden. Auch Industrieanlagen wie eine Kokerei oder ein Zechenanschluß sind interessante Themen für eine Modellbahn. Oder wie wäre es mit einem Hafen mit seinen vielfältigen Be- und Entlademöglichkeiten? Eine Sonderform bildet der Ablaufberg mit Wagenaufstellgleisen. Auch hierfür ist genug Platz erforderlich, wenn realistisch wirkende Abläufe dargestellt werden sollen.

Landschaft & Bahn: Eine großzügig geschwungene Strecke in schön und realistisch gestalteter Landschaft, vielleicht entlang eines Flusses. Wer auf einen Bahnhof, Güterabfertigung und BW verzichten kann und sich lieber am Anblick fahrender Züge erfreut, wird sich mit diesem Thema anfreunden können. Ausreichend bemessene Schattenbahnhöfe sorgen für abwechslungsreichen Zugverkehr. Auch für kleinere Anlagenflächen läßt sich ein solches Anlagenkonzept umsetzen. Demnächst wird es hier einen Entwurf für eine solche Anlage geben...

Kopfbahnhof: Der Vorteil des Kopfbahnhofs besteht darin, daß man nur eine Bahnhofsausfahrt benötigt und dementsprechend mehr Platz für den eigentlichen Bahnhofsbereich hat. Verschwindet die Strecke unmittelbar hinter der Ausfahrt in einem Tunnel, kann man sogar auf recht enge Radien (unter Berücksichtigung des eingesetzten Rollmaterials) zurückgreifen und so noch mehr Platz sparen. Über eine Paradestrecke geht es dann in den Schattenbahnhof. Zu berücksichtigen: Viel Rangierbetrieb, weil ja die Loks umgesetzt werden müssen, eventuell ist eine Drehscheibe nötig, weil nicht alle Loks "Tender voraus" fahren - bei E-Loks oder Triebwagen entfällt das natürlich. Der dritte Entwurf bei den Vorschlägen zeigt eine Anlage mit Kopfbahnhof.

Stadt oder Dorf? Eine Stadt, so klein sie auch sein mag, wird man immer nur andeuten können. Hier empfiehlt sich besonders die Arbeit mit Hintergrundkulissen und Halbreliefs! Einfacher ist da schon die Darstellung einer kleineren Ansiedlung. Der Ort Weyersbühl besteht aus rund 25 Häusern - und aus der MZZ-Hintergrundkulisse. Hier wurden die Häuser auf Dekokarton geklebt, ausgeschnitten und teilweise gestaffelt vor- und hintereinander gesetzt. Übrigens: Häuser stehen selten in "Reih und Glied" (außer in den synthetischen Reißbrett-Vorstädten). In Weyersbühl steigen die Straßen zum Hintergrund leicht an und sind als winkelige "Gassen" angelegt. Gute Wirkung wird auch durch freistehende Gebäude erzielt, eine Tankstelle, ein Bauernhof, ein Schrottplatz...

Und jetzt?

Jetzt ist nachdenken, überlegen, aussuchen, wieder verwerfen, neu denken, nochmal verwerfen.... angesagt. Ach ja, bitte daran denken: Tunnel erfordern entsprechende Notwendigkeit in der Landschaft, also einen unüberwindlichen Fels, eine Unterführung oder ähnliches. Und vier Tunnel in kurzem Abstand übereinander habe ich zwar schon auf mancher Modellbahnanlage gesehen, in der Realität aber noch nicht. Ebensowenig einen Hügel von 50 Meter Höhe (knappe 60 cm auf der Anlage), dessen Aussehen an die Hochalpen erinnert.