Pastell ist prima.

Grelle Farben wird man in der Natur nur als Schutz- oder Warnfarben bei Blüten (oder auch Blättern) mancher Pflanzen und bei einigen Tierarten finden. Ansonsten herrschen generell sanfte, pastellige Töne vor. Dies auf der Modellbahn umzusetzen, erfordert ein wenig Übung und Tests mit verschiedenen Farben und Mischungen. Inzwischen sind auch einige Großserienhersteller von den grellen (und falschen) Farben zu den pastelligeren Tönen gewechselt.

Natürlich Natur.

16,7 Millionen Farben kann der Bildschirm darstellen. Toll, weil ein gutes Auge auch jede Menge Farben - oder besser Farbnuancen - wahrnehmen kann. Wer mit wachem Blick im Frühjahr, im Sommer und im Herbst mal denselben Wald betrachtet, der wird sich der ungeheuren Vielfalt der Farben bewußt.

Trotz aller Bemühungen sind aus produktionstechnischen Gründen die Fertigbäume der bekannten Hersteller farblich nicht sonderlich abwechslungsreich; über die gar fürchterlichen Farbverirrungen vergangener Tage mit z.B. knallgrünem oder tiefblaugrünem Laub wollen wir gnädig den Mantel des Schweigens decken, lag dies zum Teil ja auch an den Produktionsmöglichkeiten.

Also, wer auf seiner Anlage naturgetreues Grünzeug sehen will, der muß sich einerseits mit dem (gar nicht so schwierigen) Selbstbau beschäftigen und andererseits dem Umgang mit der Airbrush-Pistole üben. Eine auch nur kleine Ansammlung von 10 Laubbäumen (selbstverständlich selbstgebaut!), die alle identische Laubfarben vorweisen, das sieht immer nur künstlich aus. Da muß man vorher mit einigen grünen Farbtönen in wirklich sanften Abstufungen experimentieren, am besten auf einem einzigen Baum an verschiedenen Stellen. Wir machen das gelegentlich und zeigen dann an dieser Stelle die Ergebnisse.

Rost. Rot oder nicht?

Bei so mancher Publikation aus den Modellbahnverlagen kann man nur leicht eine Braue hochziehen, wenn man sich die Umsetzung von Rostfarben anschaut. Auch vielgelobte "Modellbaupäpste" haben da scheinbar ihre rote Phase. Merke: nicht jeder Farbpott, auf dem "Rost" steht, sollte kritiklos zur Alterung verwendet werden. Die meisten Rosttöne sind schlicht zu rot. Das mag für punktuelle und vor allem frische (!) Rostflecken, etwa an Waggons, akzeptabel sein, für die Flanken der Gleise aber ist ein rostrot zu knallig.

Wir haben gute Erfahrungen mit dem Rostton von Revell Aqua Color (Nr 83) gemacht. Angenehm matt, Tendenz ins bräunliche und durch Beimischung von grau oder schwarz leicht zu verschmutzen. Es ist stets zu bedenken, daß dort, wo Rost auftritt, auch andere Schmutzeinflüsse die Farbe des jeweiligen Objekts bestimmen, an den Gleisen sind das zum Beispiel Ruß, Schmieröl und anderer Betriebsschmutz der Dampfrösser. Am Ende eines Gleises (Prellbock) darf der Farbton schonmal ein wenig mehr ins rote gehen, weil eben diese Betriebsspuren hier fehlen.

Ist das etwa schon alles?

Mitnichten, Fortsetzung folgt demnächst!