Von Do's und Don't's

Es gibt ein paar Grundregeln, die man beachten sollte. Eigentlich, wenn man sie liest, sind sie selbstverständlich, um so erstaunlicher, wie oft man Verstöße gegen diese Regeln immer noch antrifft - auch zum Beispiel bei den "Schauanlagen" mancher Hersteller.

Die Nein's

Nein: Enge Radien im sichtbaren Bereich. Wenn unumgänglich, möglichst Innenradien, so daß man in das Innere des Bogens schaut - so fällt das Auseinanderklaffen der Waggons in der Kurve weniger unangenehm auf.

Nein: Sichtbare Kehren. Kehren müssen "getarnt" werden, was nicht nur mit Tunneln, sondern z.B. auch mit einem Wald oder Gebäuden möglich ist.

Nein: Unharmonisches Gleisverhältnis: 2 Bahnhofsgleise und 10 Abstellgleise, das paßt nicht zusammen.

Nein: Zu kurze Bahnsteiggleise/zu lange Züge: die Lok steht nicht auf der Ausfahrtweiche, wenn der Zug hält! Lieber auf ein oder zwei Waggons verzichten.

Nein: Zuviele Gleise. Immer daran denken: die Landschaft war zuerst da, dann wurde die Bahn angelegt!

Nein: Zuviel darstellen wollen. Bahnhof mit BW, Güterabfertigung, Großstadt, Zweigleisige Hauptstrecke mit abzweigender Nebenbahn - und das alles auf 6 qm?! Wie hieß der Werbeslogan eines bekannten Automobilherstellers: reduce to the max...

Nein: Parallel zum Anlagenrand verlaufende, gerade Strecken. Optisch unausgewogen. Auch Bahnhofsgleise machen sich im leichten Bogen besser. Nur keine Angst vor Flexgleisen - sie sind viel leichter zu handhaben, als es den Anschein hat!

Nein: Flaschenreinigertannen und Styroporbäume, Sägemehlgras und Plastikfelsen. Es muß nicht das teuerste Material sein, auch mit preiswerten Materialien läßt sich Landschaft realistisch nachbilden. Und es ist garnicht so schwer, einen Baum selbst herzustellen. Nur zeitaufwendig...

Nein: Zu knallige Farben. Wenn man sich manche Gleise auf Modellbahnanlagen ansieht... knallroter Rost und unnatürliche Schotterfarben. Die Realität ist anders: sanfte, weiche Farbtöne. Tip: Foto von der Vorbildsituation machen und bei der Ausgestaltung der Anlage immer mal wieder vergleichen.

Nein: Die Maulwurfshügelanlage. Viele kleine Hügel mit vielen unnötigen Tunneln. Ich habe das jedenfalls in der Realität noch nicht gesehen.

Nein: Plastikglanz. Auch die "vorgealterten" Bausätze müssen patiniert werden. Unnatürlich glänzende Plastikhäuser zerstören alle Mühe, die man sich sonst mit der Gestaltung gegeben hat.

Die Ja's

Ja: Weniger ist mehr: besser zugunsten von Landschaft auf das eine oder andere Gleis verzichten.

Ja: Weiche Bögen statt langweiliger Geraden: da sieht jeder Zug gleich dynamischer und natürlicher aus.

Ja: Ebenen: ein Schattenbahnhof in der unteren Etage verlängert auch auf kleinen Anlagen die scheinbare Fahrzeit eines Zuges und bringt mehr Abwechslung.

Ja: Kehrschleifen (Out-and-back-Verkehr): wo der Zug hinfährt, von dort kommt er auch wieder zurück. Mit etwas Übung schafft man einen Durchgangsbahnhof, der dank geschickter Streckenführung mit einer Kehrschleife und einem Schattenbahnhof auskommt (siehe auch Planungsvorschläge).

Ja: Mut beim Modellbau. Einfach lernt sich's mit ein oder zwei Billigbausätzen vom Modellbahnflohmarkt zum Ausprobieren von Patinierungs- und Gestaltungs-Techniken.

Ja: Liebe zum Detail. Die Hersteller von Zubehör bieten genug Material, um jede Szenerie ausgestalten zu können. Und vieles kann man auch selbst basteln.

Ja: Landschaftsplanung nach der Natur. Mit der Zeit entwickelt man einen Blick für Situationen in der Natur und wie sie sich auf der Anlage umsetzen lassen. Beispiel: nur der sprichwörtliche englische Vorgartenrasen ist Rasen pur, eine Wiese hingegen besteht nicht nur aus Gräsern, sondern aus vielen verschiedenen Pflanzen und Gewächsen.

Ja: Geduld!! Sorgfältigste Planung vermeidet später kostspielige und zeitraubende Fehler und belohnt durch eine begeisternde Anlage!