Die Qual der Wahl?

Auf Weyersbühl 1 hatten wir ausschließlich Rocoline-Gleismaterial verwendet, im sichtbaren Bereich ohne Bettung (auf Korkstreifen verlegt) und im unsichtbaren Bereich/Schattenbahnhof Rocoline mit Bettung. Letzteres wird inzwischen von Roco nicht mehr angeboten, statt dessen gibt es ein "geoLINE" genanntes Gleis, das aber für einen etwas anspruchsvolleren Modellbahner sicher nicht in die engere Auswahl kommt. Es ähnelt sehr dem C-Gleis von Märklin und Trix. Die Idee, die dahinter steckt, ist wohl, neue Modellbahnfreunde zu gewinnen und diesen ein simples, leicht aufzubauendes Gleissystem anzubieten. Ob der von der gesamten Modellbahnbranche beklagte Mangel an Nachwuchs so zu beheben ist, darf doch sehr bezweifelt werden. Wir können diesen "Spielgleisen" jedenfalls nichts abgewinnen.

Wer Wert auf naturgetreue Gleisanlagen legt, kann das Gleisangebot der arrivierten Modellbahnhersteller getrost vergessen. Eigentlich gibt es nur zwei Alternativen: kompletter Selbstbau oder das Tillig Ellite Gleis. Gegen den Selbstbau spricht, daß man hierzu einiges an Erfahrung benötigt (besonders für Weichen...) und daß der komplette Gleisselbstbau bei einer Anlage recht zeitaufwendig ist. Für das Elite Gleis sprechen die sehr schön ausgeführten Schwellen, das bereits "gealterte" Schienenprofil und vor allem die dem Vorbild nahe kommenden Weichen mit durchgehenden Zungen (statt Gelenken wie bei den anderen Großserienherstellern). Insofern kann man die Überschrift getrost verneinen: das Eilte Gleis bietet die einzig akzeptable Alternative.

Hartes Thema: die Weichen

Das stets vorhandene Problem des zu geringen Platzangebots wird nirgendwo so deutlich wie bei den Weichen. Die häufig anzutreffenden 15°-Weichen (die auch in Weyersbühl 1 verwendet wurden), sind wenig vorbildgerecht, besser sind z.B. die Elite Weichen mit einem Herzstückwinkel von 11°. Den Unterschied in der benötigten Länge zeigt die kleine Animation. Wir werden im sichtbaren Bereich soweit wie möglich nur schlanke Weichen verwenden.

Weichenselbstbau

Oha! Ein Thema, um das wir uns bislang stets gedrückt haben. Wer aber einmal eine tolle Weichenstraße auf besonderen Ausstellungsanlagen bestaunt hat und auf der eigenen Anlage auch realisieren will, der muß sich wohl oder übel mit dem Selbstbau beschäftigen. Außerdem kann das Angebot der Großserienhersteller manche Abzweigkombination nicht anbieten, einen "Hosenträger" oder eine Kreuzungsweiche im Bogen etwa, wie im Bild links zu sehen (anklicken...). Da bleibt nur Selbstbau...

Eine solche Kreuzungsweiche im Bogen wird man wohl komplett selbst konstruieren und bauen müssen, für Standardweichen gibt es aber Bausätze: wir haben uns mal auf dem Markt umgesehen und von Modellwerk sowie von Schuhmacher jeweils ein von diesen Herstellern angebotenes "Schnupperpaket" eines Weichenbausatzes geordert. Außerdem liegt noch ein Bausatz einer Elite-Gleis Flexweiche von Tillig auf dem Basteltisch. Sobald beide Pakete eingetrudelt sind, wagen wir uns an die ersten Selbstbauten. Natürlich werden wir hier in Wort und Bild über unsere Erfahrungen berichten...

Die Bausätze

Im edlen Karton (der später ohnehin weggeworfen wird...) kommt die Modellwerk-Weiche, mit knapp 100 € auch das bei weitem teuerste Exemplar. Die solide Metallschablone und die Qualität der Materialien scheinen den Preis zu rechtfertigen (wir werden sehen...), aber wenn man mal rasch hochrechnet, was da nur für Weichen an Kosten in Weyersbühl 2 anfallen würden: acht Weichen und zwei Kreuzungsweichen und eine Krezung im sichtbaren Bereich (Franz Branntwein nicht mitgerechnet) - nein, das mögen wir garnicht ausrechnen...

Weniger als die Hälfte verlangt die Hobby-Ecke Schuhmacher, verzichtet dafür auf eine edle Verpackung und verpackt den Bausatz in eine simple Pappschachtel. Statt dessen fallen uns sofort die Echtholz-Schwellen ins Auge. Mitgeliefert werden unter anderem ein Holzbrettchen für die Montage, Gleisbettung und sehr solide wirkende Spurlehren. Die beigelegten Schablonen für eine Dreiweg-Bogenweiche und eine schlanke Kreuzungsweiche im Bogen sollen wohl Appetit auf mehr machen (was sogar funktioniert).

Zwei Ausgaben von MIBA-spezial oder Super-Anlagen sind schon teurer als der Tillig-Bausatz im Klarsichtbeutel. Weder Holz- noch Pertinaxschwellen, dafür aber die pfiffige Schwellenbandlösung (Kunststoff), die beim Zusammenbau die Wahl zwischen einfacher Weiche und Außen- oder Innenbogenweiche erlaubt. Ob der Einsteiger mit der doch sehr kurzen Baubeschreibung zurechtkommt, wird sich zeigen (es wird auf den hauseigenen Planungsbogen verwiesen, den man separat erwerben muß).

Tja... nun warten wir auf ein Schlechtwetterwochenende...

Ist das etwa schon alles?

Mitnichten, Fortsetzung folgt in Kürze!